Zurück zur Listenansicht

22.07.2020

Tipps zum Umgang mit Hornissen, Wespen und Bienen

Fachdienst Natur, Wasser und Boden gibt Informationen und Tipps zum Umgang mit Hornissen, Wespen und Bienen

Wespe
© Pixabay

Immer wieder kommt es ab Juli/August zum zahlreichen Auftreten von Hornissen, Wespen und Bienen. Und fast jeder, der ihnen begegnet, fühlt sich von ihnen belästigt. Dazu gibt der Fachdienst Natur, Wasser und Boden des Landkreises Ludwigslust-Parchim folgende Informationen und Verhaltenstipps:

Die gelb-schwarzen Insekten sind fast nur darauf aus, sich und ihren Staat mit Futter zu versorgen. Dabei interessieren sich die Wespen besonders für zuckerhaltige Nahrung, weshalb man sie oft an reifen Früchten, Fallobst oder auch an Marmeladengläsern beobachten kann. Eiweißreiche Nahrungsmittel, wie kleine Insekten oder Wurstwaren, werden nicht für den Eigenbedarf abgeschleppt, sondern sind in aller Regel zur Verfütterung an die Larven vorgesehen. Besonders auffällig wird die Nahrungssuche im Juli, denn zu dieser Zeit legt die Königin bis zu 300 Eier am Tag.

Die „Wespenplage“ wird dabei von zwei Wespenarten verursacht: der Deutschen Wespe (Vespula germanica) und der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris). Die meisten anderen Wespenarten fliegen nicht an menschliche Nahrungsmittel.

Spätestens Anfang November sind die Wespen- und Hornissenvölker abgestorben. Nur die Königinnen überleben und suchen sich ein Winterquartier. Die alten Nester vom Vorjahr werden in der Regel nicht wieder besiedelt.

Wespen stechen generell nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihre Nester in Gefahr sehen, da sie mit ihrem Gift haushalten müssen. Denn anders als bei Bienen bricht der Stachel beim Stich nicht ab und die Wespen sterben nicht dabei. Doch Vorsicht: Wespen können beliebig oft zustechen! Der Stichreflex ist auch noch bei gerade verstorbenen Tieren vorhanden, sogar bei zerteiltem Körper.

Wissenschaftlich gilt es schon längst als gesichert, dass Stiche von Hornissen nicht gefährlicher sind als Stiche von Bienen oder Wespen. Zudem gelangt bei einem Bienenstich wesentlich mehr Gift in den Körper als beim Stich einer Hornisse. Ein Hornissenstich ist zwar deutlich schmerzhafter als ein Wespen- oder Bienenstich. Das liegt aber u.a. an dem größeren Stachel der Hornissen und an dem schmerzhafteren Gift. Hornissen sind viel friedvoller als ihre kleineren Verwandten. Eine feindselige Reaktion der Hornissen ist fast ausschließlich unmittelbar am Nest zu beobachten.

Bei gesunden Menschen klingt die Giftwirkung - so schmerzhaft wie sie ist – recht schnell wieder ab. Die Stiche können allerdings bei manchen Menschen Allergien auslösen, die im ungünstigsten Fall einen so genannten anaphylaktischen Schock herbeiführen können. Dieser führt zu einem massiven Kreislaufzusammenbruch, zum Teil verbunden mit Bewusstlosigkeit und Schwellung der Atemwege. Dieser Zustand ist lebensgefährlich und erfordert schnelle ärztliche Hilfe.

Um Konflikte mit den Tieren zu vermeiden, sollten einige Regeln beachtet werden:

  • Keine offene Nahrung: Speisen und Getränke im Freien stets abdecken, wenn man sie eine Weile stehen lässt.
  • Ruhig bleiben: Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie hektische Bewegungen wie Verscheuchen oder Zuschlagen (selbst eine Wespe auf der Haut sticht erst, wenn man nach ihr schlägt).
  • Kein Wegpusten: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid ist für Wespen ein Alarmsignal.
  • Keine Duftstoffe: Wespen werden von intensiven Düften, etwa von Parfüms, Haarsprays, stark parfümierte Sonnencremes angelockt.
  • Fallobst im Garten nicht liegen lassen, sondern täglich beräumen. Wünschenswert ist es, das Fallobst als Nahrung für andere Tiere an Stellen abzulegen, die selten durch Menschen aufgesucht werden müssen.
  • Orte meiden, an denen Tiere gefüttert werden (Futterreste ziehen Wespen an),
  • Mülltonnen und Abfalleimer geschlossen halten.

Den Nestbau an Gebäuden verhindern Sie durch:

  • Verschließen von Öffnungen z.B. an Rollkästen
  • Abhängen möglicher Nistplätze mit Fliegengittern

Grundsätzlich ist es verboten, wildlebende Tiere ohne vernünftigen Grund mutwillig zu beunruhigen, zu belästigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Die Gemeine Wespe und Deutsche Wespe unterliegen darüber hinaus keinem besonderen Schutzstatus. Eine Beseitigung/ Umsiedlung der Nester sollte jedoch nur dort erfolgen, wo die Sicherheit von Mensch und Tier dies unbedingt erfordert, da auch die Gemeine Wespe als „Gesundheitspolizei“ in der Natur tätig ist. Insofern eine Beseitigung des Nestes unumgänglich erscheint, wird empfohlen hierfür eine sachkundige Person zu beauftragen. Manchmal gibt es die Möglichkeit ein problematisches Nest schonend umsiedeln zu lassen, was einer Beseitigung in jedem Falle vorzuziehen ist. Stellen Sie an relevanten öffentlichen Flächen Wespennester fest, informieren Sie bitte das Ordnungsamt Ihrer Gemeinde oder Stadt.

Einige Wespenarten stehen unter besonderen Schutz. Alle heimischen Arten der Kreiselwespen (Bembix spp.), Knopfhornwespen (Blattwespen, Cimbex spp.) sowie Hornissen und Wildbienenarten sind per Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Arten (§ 44 BNatSchG).

Die Kreiselwespen graben bevorzugt in lockersandigen Böden ihre Brutröhren. Blattwespen haben optisch keine Ähnlichkeit mit der Gemeinen oder Deutschen Wespe (ausführliche Informationen sind im Internet verfügbar).

Insofern ein Hornissennest aufgrund einer ungünstigen Lage nicht geduldet werden kann, sollte eine Umsiedlung angestrebt werden, was jedoch nicht immer möglich ist. Erkundigen Sie sich bitte hierzu bei der unteren Naturschutzbehörde.

Für die Umsiedlung oder Beseitigung von besonders geschützten Arten, wie der Hornisse, ist eine Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde erforderlich. Diese ist unter Umständen gebührenpflichtig.

Die eigentliche Umsiedlung oder Beseitigung dieser Nester und die daraus entstehenden Kosten obliegen dem Eigentümer bzw. Nutzer. Im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten stellt die untere Naturschutzbehörde Kontakt zu einem Umsiedler her.

Innerhalb des Landkreises Ludwigslust-Parchim, ausgenommen die Flächen der Biosphärenreservate als selbständige Naturschutzbehörde, sind Anträge schriftlich oder per Mail bei der unteren Naturschutzbehörde zu stellen unter Angabe von:

Vor- und Zuname sowie Adresse des Antragstellers (Gebührenempfänger), möglichst mit der Telefonnummer für Rückfragen,

  • Grundstücksadresse (falls abweichend von Adresse des Antragstellers) sowie kurze Beschreibung wo sich das Nest befindet,
  • einer kurzen Begründung, warum Beseitigung/ Umsiedlung unumgänglich ist.

 

Ansprechpartner bei der unteren Naturschutzbehörde:

mareike.rambow@kreis-lup.de, 03871 722-6812

carlo.wiechmann@kreis-lup.de, 03871 722-6808

heide.beese@kreis-lup.de., 03871 722-6838

              

Postadresse:

Landkreis Ludwigslust-Parchim

Fachdienst Natur, Wasser und Boden

Postfach 1263

19362 Parchim